Warum sind Kunststausstellungen der perfekte Plan für ein Date?

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Vor einem Date stellt sich oft die Frage, wo es am besten stattfinden soll. Natürlich will man, dass alles glatt läuft, weshalb man verschiedenste Orte und Unternehmungen nach Vor- und Nachteilen abwägt. Man soll sich gut unterhalten können, das Date soll nicht mit dem Regen ins Wasser fallen, die Unternehmung soll nicht zu langweilig, aber auch nicht übertrieben actionreich sein. Alle diese Punkte erfüllt ein Date auf einer Kunstausstellung.

Nach einer Umfrage ist fast die Hälfte aller Singles der Meinung, dass Wissen über Kunst einen potenziellen Partner attraktiver erscheinen lässt und ein Drittel der Frauen sagen, dass sie sehr gerne bei einem ersten Date eine Kunstausstellung besuchen würden. Wenn die Datingpartner sich beide ein bisschen für Kunst interessieren, ist eine Kunstausstellung also der perfekte Ort für ein Date. Und dafür gibt es noch zahlreiche weitere Gründe.

Vor allem beim ersten Date ist es wichtig, sich näher kennen zu lernen. Am besten geht das natürlich, wenn man die Gelegenheit hat viel miteinander zu sprechen. Anders als bei einem Kinodate, bei dem man nur schweigend nebeneinandersitzend einen Film schauen kann, hat man in einer Ausstellung ausreichend Möglichkeiten sich zu unterhalten. Gespräche sind möglich, ohne gestört zu werden oder andere dabei zu stören. Ohne sich verkrampf gegenübersitzen zu müssen, kann man entspannt durch die Kunstausstellung schlendern und sich unterhalten. Auf den meisten Ausstellungen herrscht eine angenehme, lockere, entspannte Atmosphäre, die sich mit Sicherheit auch auf die Datingpartner überträgt.

Sollten doch einmal die Gesprächsthemen ausgehen oder das Gesprächs ins stocken geraten, bieten die verschiedenen Kunstwerke genügend Gesprächsstoff. Kunstkenner können dabei mit ihrem wissen glänzen. Aber auch Personen, die nicht viel Ahnung von Kunst haben können sich über die werke austauschen. Durch Gespräche über Kunst lässt sich viel über die Persönlichkeit, Vorlieben und Hobbys des anderen herausfinden. So kann man sich erzählen, ob man gerne selbst gestalterisch tätig ist oder welchen Kunstgeschmack man hat. Dadurch kann oft schon herausgefunden werden, ob man sich auf einer Wellenlänge befindet.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei einem Date auf einer Kunstausstellung die zeitliche Dauer sehr flexibel ist. Sollten sich die Datingpartner so gut verstehen, dass sie, nachdem sie sich die Ausstellung angesehen haben, noch mehr Zeit miteinander verbringen wollen, kann das Date leicht verlängert werden. An viele Museen sind Cafes oder Restaurants angeschlossen. Durch ein gemeinsames Essen kann so das Date zu einem stimmigen Abschluss kommen. Sollten sich die Datingpartner jedoch so gar nicht verstehen, besteht bei einem Date auf einer Kunstausstellung andererseits auch immer die Möglichkeit, es schnell abzubrechen. Anders als bei einem Treffen im Restaurant, bei dem das Date so lange durchgestanden werden muss, bis Speisen und Getränke verzehrt wurden.

Ein Kunstausstellungsbesuch ist also der perfekte Datingplan für Kunstliebhaber und -interessierte. Ausprobieren lohnt sich!

Warum ist Michael Beutler ein Künstler, den man sich ansehen sollte?

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Der 1976 in Oldenburg geborene Michael Beutler wurde durch seine umfangreichen bricolagen Installationen international bekannt. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main und an der Glasgow School of Art. Heute lebt und arbeitet er in Berlin.

Der Begriff Bricolage meint, dass der Künstler mit ihm zur Verfügung stehenden Materialien arbeitet, ohne speziell für seine Bedürfnisse entwickelte Materialien zu verwenden.

In seinen Arbeiten reagiert Michael Beutler vor allem auf die soziale und architektonische Struktur des jeweiligen Ausstellungsraumes. Der Raum fungiert dabei gleichzeitig als Produktionsstätte der Installation, wie auch als Ausstellungsraum derer.

Um die Bauelemente, die er für seine Installationen braucht, herzustellen, konstruiert er zunächst selbst seine eigenen Werkzeuge und Maschinen. Meist fertigt er diese aus Holz. Diese benutzt er dann, um industriell gefertigte Materialien wie Papier, Metall, Holz oder Plastik zu verarbeiten. Während seine Arbeiten Gestalt annehmen, bindet Beutler immer wieder weitere Teile in die Installation mit ein. Diesen Zustand der Ungewissheit und prozesshafter Entstehung fasst er als produktive Einzelteile in seiner Arbeit auf.

Beutler Installationen bevölkern und verwandeln den Ausstellungsraum. Für die Ausstellung „Moby Dick“ im Hamburger Bahnhof, Berlin,  nahm Beutler bestehende architektonische Elemente des Bahnhofs, wie die hervorstehenden Skelettkonstruktion aus Eisen, veränderte diese zu Konstruktionen, die letztendlich zu der Installation entwickelten. Diese Kompositionen vereinen eine doppelte Funktion, nämlich Architektur und Skulptur. Anders als die durch die Eisenbalken fest gebaute Halle und deren makellosen weißen Wände, wirken Beutlers Konstruktionen sehr offen. Sie machen den Anschein, als seien sie unfertig und unbestimmt. Er verwandelt den Ausstellungsort durch seine Konstruktion in einen Ort ständiger Produktion, sprich in eine Art Museums-Worshop oder eine Art riesiges Atelier. Im Laufe Der Ausstellung werden verschiedene Elemente in etlichen Konstruktionsphasen verändert oder erweitert. Bei der Eröffnung ist dabei nicht absehbar, wie sehr sich die Installation über die Zeit verändern wird. Wie der Künstler arbeitet, ist während der Ausstellung für jeden Besucher sichtbar. Das Sozialgefüge und der Prozess der Entscheidungsfindung, der sich zwischen Beutler und seinem Team abspielt, sind ein weiterer Teil der Installation. Durch all das gewinnt die Ausstellung einen Performance – Charakter.

Die Rolle des Prozesses selbst wird auch an den Geräten, die der Künstler benutzt und welche im ganzen Ausstellungsraum verteilt sind, deutlich. Die Werkzeuge, die Beutler selbst zumeist aus Holz herstellt, finden später im Gesamtwerk einen Platz. Sie bleiben entweder eigenständige Objekte im Raum oder werden Teile, die sich in größere Bauten einfügen.

Das Haus Beutler, das sich im hinteren Teil der Halle befindet, kann als eine Art walk-in Technik-Katalog verstanden werden. Durch die vielen Modelle, Arbeits- und Materialbeispiele, Zeichnungen und Videos, wie auch Teile früherer Installationen werden darin, genauso wie in Beutlers Arbeiten, die verschiedenen Phasen von Planen und Experimentieren deutlich. Dass die vielen Phasen der Entstehung eines Werkes im Werk selbst so deutlich erkennbar sind, macht Beutler zu einem herausragenden Künstler.

Die Nationalgalerie in Berlin – muss man besucht haben!

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Wenn Sie in Berlin zu Besuch sind sollten sie sich eines nicht entgehen lassen: die Nationalgalerie!

1863 begann Friedrich August Stüler damit, an einem Design für die Galerie zu arbeiten. Da Stüler starb, bevor die Pläne abgeschlossen waren, stellte sie Carl Busse fertig. 13 Jahre später, 1876, konnte die Galerie eröffnet werden.

Heute beherbergt das Museum Kunst aus dem 19., 20., und 21. Jahrhundert.

Die Werke im Besitz der Nationalgalerie werden aktuell an fünf verschiedenen Standorten gezeigt.

Die Alte Nationalgalerie, deren Bau 1876 abgeschlossen wurde, befindet sich auf der Museumsinsel. Sie beherbergt Kunst aus dem 19. Jahrhundert. Der Bau ähnelt einem griechisch-römischen Tempel und vereint die Stile des späten Klassizismus und der frühen Neorenaissance. Die Kombination der verschiedenen Stile sollte die Einheit der Kunst, Nation und Geschichte ausdrücken. Hierfür wurden auch Aspekte angebracht, wie z.B. die Apsis, welche an eine Kirche erinnert, die breite Treppe zum Eingang ähnlich der eines Theaters, sowie Tempelelemente.

Die Sammlung in der Alten Nationalgalerie enthält Werke aus dem Neoklassizismus und der Romantik (mit Künstlern wie Caspar Davis Friedruch, Karl Friedrich Schinkel und Karl Blechen) des Biedermeier, des französische Impressionismus (Edouard Manet, Claude Monet) und der frühen Moderne (Adolph von Menzel, Max Liebermann). Die bekanntesten Werke sind Friedrichs Der Mönch am Meer, Menzels Eisenwalzwerk.

Die Neue Nationalgalerie mit Kunst aus dem 20. Jahrhundert befindet sich auf dem Kulturforum. Das von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Gebäude wurde am 15. September 1968 eröffnet. In der Neuen Nationalgalerie sind Stücke des Kubismus, des Expressionismus, Bauhaus und dem Surrealismus vertreten. Dazu gehören Werke von Pablo Picasso, Ernst Ludwig Kirchner, Joan Miro, Wassily Kandinsky und Barnett Newman.

1996 wurden zwei weitere Ausstellungsräume für moderne Kunst zur Nationalgalerie hinzugefügt. Das Berggruen Museum und der Hamburger Bahnhof.

Im Berggruen Museum finden Sie Klassiker der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts, die von Heinz Berggruen gesammelt wurden. Darunter Kunstwerke von Pablo Picasso, Giambattista Pittoni, Alberto Giacometti, Georges Braque, Paul Klee und Henri Matisse.

Im Hamburger Bahnhof, dem Museum für Gegenwart, befindet sich zeitgenössische Kunst, wie Meisterstücke von Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Robert Rauschenberg und Andy Warhol. Das meiste davon stammt aus Erich Marx’ Sammlung.

Die Scharf-Gerstenberg Sammlung in Charlottenburg gehört seit 2008 zur Berliner Nationalgalerie. Sie beheimatet Kunst der französischen Romantik bis hin zum Surrealismus des 20. Jahrhunderts. Dazu gehören Werke von Francisco de Goya, Victor Hugo, Max Klinger, Edouard Manet, Charles Meryon und Giovanni Battista Piranesi, welche Dieter Scharf von seinem Großvater geerbt hatte. Diese Arbeiten bilden das Fundament, auf der Scharf die Sammlung aufbaute. Neben Malereien von Salvador Dali, Jean Dubuffett, Max Ernst, Rene Magritte, Andre Masson, Gustave Moreau und Henri Rousseau sind auch Skulpturen von beispielsweise Henri Laurens und Jacques Lipchitz, Grafiken in der Sammlung enthalten.